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Für gesunde Erwachsene in Deutschland empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) mindestens 30 Gramm Ballaststoffe täglich. Pflanzliche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Nüsse liefern Ballaststoffe, die der Körper nicht wie Stärke oder Zucker verdaut; Präparate sind dafür nicht automatisch nötig.
Die 30 Gramm sind eine Orientierung, die nicht jede Person täglich genau erreichen muss. Wer bisher wenig Ballaststoffe isst, sollte die Menge schrittweise erhöhen und abwechslungsreich essen.
Was der Richtwert von 30 Gramm bedeutet
Die DGE empfiehlt Erwachsenen mindestens 30 Gramm Ballaststoffe täglich. Die 30 Gramm sind eine Orientierung für die Ernährung. Sie sind kein lebensnotwendiger Mindestbedarf wie bei einem Nährstoff, den der Körper aufnehmen muss.
Auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nennt einen Wert: 25 Gramm täglich gelten ihr zufolge als ausreichend für eine normale Darmfunktion bei Erwachsenen. Die Zahlen beziehen sich auf unterschiedliche Ziele. Die EFSA knüpft ihren Wert an die Darmfunktion. Die DGE begründet ihre Empfehlung mit einem möglichen Beitrag zur Vorbeugung von Krankheiten. Die Werte widersprechen sich daher nicht unmittelbar.

Welche Lebensmittel liefern Ballaststoffe
Die DGE empfiehlt, regelmäßig Vollkornprodukte, Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte zu essen. Bei Brot und Nudeln ebenso wie bei Reis und Mehl kannst du häufiger die Vollkornvariante wählen. Die DGE empfiehlt außerdem täglich eine kleine Portion Nüsse und mindestens eine Portion Hülsenfrüchte pro Woche. Eine verzehrfertige Portion Hülsenfrüchte entspricht dabei etwa 125 Gramm.
Für Obst und Gemüse nennt die DGE mindestens fünf Portionen am Tag. Eine Portion entspricht ungefähr 110 Gramm. Ballaststoffe stecken in Gemüse und Obst ebenso wie in Hülsenfrüchten, Kartoffeln und Getreideprodukten. Im Alltag kannst du zum Beispiel Vollkornbrot statt hellem Brot wählen oder eine Mahlzeit mit Linsen, Bohnen oder Erbsen einplanen.
Die DGE-Empfehlungen zu Lebensmitteln richten sich an gesunde Erwachsene von 18 bis 65 Jahren, die Mischkost essen. Portionsangaben sind Orientierungen. Der individuelle Energiebedarf und besondere Ernährungsbedürfnisse beeinflussen, welche Mengen passen.
Was deutsche Verzehrdaten zeigen
Die häufig zitierten Durchschnittswerte stammen aus der Nationalen Verzehrsstudie II. Bei ihrer Erhebung von November 2005 bis Januar 2007 lag die durchschnittliche Zufuhr bei 18 Gramm täglich für Frauen und 19 Gramm für Männer. Das entspricht rechnerisch etwa 60 beziehungsweise 63 Prozent des DGE-Richtwerts von 30 Gramm.
Diese Zahlen beschreiben die damaligen Durchschnittswerte. Sie zeigen weder, wie viele einzelne Menschen den Richtwert erreichen, noch wie die Menschen in Deutschland heute essen. Das Max Rubner-Institut hielt im Juni 2026 fest, dass keine repräsentativen neueren Daten zur Ballaststoffzufuhr in Deutschland vorliegen.
Was Studien zu Ballaststoffen zeigen
Studien bringen eine höhere Ballaststoffzufuhr mit einem geringeren Risiko für verschiedene Erkrankungen in Verbindung. Die DGE berichtet von Zusammenhängen mit einer geringeren Gesamtsterblichkeit und einer geringeren Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Solche Zusammenhänge zeigen allein nicht, dass Ballaststoffe die Ursache für das geringere Risiko sind.
Eine große Auswertung der EPIC-Studie, in der Forschende Menschen über längere Zeit beobachteten, fand einen Zusammenhang zwischen höherer Ballaststoffzufuhr und geringerem Darmkrebsrisiko. Bei solchen Studien beobachten Forschende Ernährungsgewohnheiten und Gesundheit über längere Zeit. Die Ergebnisse können durch ungenaue Angaben zur Ernährung oder Veränderungen der Essgewohnheiten während der Beobachtungszeit eingeschränkt sein. Deshalb lässt sich daraus keine sichere Schutzwirkung für einzelne Personen ableiten.
Auch bei Menschen mit chronischer Verstopfung haben Forschende Behandlungen gezielt in Studien geprüft. In einer Studie, in der 72 Teilnehmende zufällig auf zwei Gruppen verteilt wurden, nahm die Zahl vollständiger spontaner Darmentleerungen nach vier Wochen in beiden Gruppen zu: bei einer Mischung aus Ballaststoffen und bei Flohsamenschalen. Zwischen den beiden Gruppen gab es keinen Unterschied. Die Studie untersuchte Menschen mit chronischer Verstopfung und bestimmte Präparate über einen kurzen Zeitraum. Es begründet keine pauschale Empfehlung für Ballaststoffpräparate bei allen Erwachsenen.

Ballaststoffe schrittweise steigern
Wenn du bisher wenig Vollkorn, Gemüse oder Hülsenfrüchte isst, erhöhe die Menge schrittweise. Eine schnelle Steigerung führt bei manchen Menschen zu Blähungen, Bauchschmerzen oder verändertem Stuhl. Die Verträglichkeit ist individuell verschieden. Ganze Körner verursachen laut DGE häufiger Beschwerden als gemahlene Körner. Wenn du größere Mengen eines Lebensmittels isst, das Flüssigkeit aufnimmt und aufquillt, wie Weizenkleie, solltest du genug trinken.
Verteile ballaststoffreiche Lebensmittel auf mehrere Mahlzeiten am Tag.
Anhaltende oder starke Beschwerden solltest du ärztlich abklären lassen. Bei Erkrankungen oder besonderen Ernährungsbedürfnissen sind allgemeine Empfehlungen nicht immer passend. Dann ist eine persönliche Beratung sinnvoll.
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